Test: Canopy Keyboard Case fürs iPad

Seit gut eineinhalb Jahren habe ich nun ein iPad Pro 12,9 Zoll … Mal abgesehen davon, dass das Teil schon wirklich monströs groß und in manchen Lebenslagen etwas unhandlich ist (Stichwort: gemütliches Lesen im Bett), bin ich recht zufrieden damit. Um das iPad Pro unterwegs als Computerersatz nutzen zu können, habe ich gerne eine externe Tastatur. Apples Smart Keyboard stand lange nicht mit deutschem Tastaturlayout zur Verfügung, außerdem mag ich deren Tippgefühl nicht sonderlich. Und deswegen habe ich eine andere Lösung gefunden: das Canopy Keyboard Case.

Das Canopy Keyboard Case zusammengefaltet … || Foto: Ulf Cronenberg

Das Canopy Keyboard Case von Studio Neat wurde im Herbst 2016 vorgestellt und ab der Weihnachtszeit 2016 ausgeliefert. Ein bisschen abgewartet habe ich mit meiner Bestellung, denn ich habe (unbegründet, wie sich herausgestellt hat) zum Kaufpreis zusätzliche Zoll- und Mehrwertsteuergebühren befürchtet. Aber dazu später mehr.

Letztendlich ist das Case nur eine robuste Stoffhülle, in die man das aktuelle Magic Keyboard von Apple einklebt – ein Vorgang, der geschätzt 20 Sekunden dauert. Das Verlockende an dem Case war für mich aber genau dieses Konzept: dass ich auch fürs iPad eine normale Tastatur, wie ich sie an meinem iMac verwende, zur Verfügung habe, so dass ich mich nicht an ein anderes Tippgefühl gewöhnen muss.

Der fertige Minicomputer: Canopy Keyboard Case mit dem iPad Pro 12,9 Zoll || Foto: Ulf Cronenberg

Ganz billig ist das Gesamtpaket nicht – aber trotzdem noch etwas günstiger als Apples Smart Keyboard fürs iPad Pro, das für das 12,9-Zoll-Modell stolze 189 Euro kostet (den großen Aufreger, dass ein Keyboard, das in der Herstellung höchsten 15 bis 20 Euro kostet, für knapp 200 Euro verkauft wird, erspare ich mir und euch). Das Magic Keyboard bekommt man mit etwas Recherche jedenfalls für knapp unter 100 Euro, fürs Canopy Keyboard Case musste ich mit Versandkosten 51 Dollar (derzeit ca. 45 Euro) berappen. Und was mir nicht bewusst war: Studio Neat verschickt das Canopy Keyboard Case aus Großbritannien, weswegen weder Mehrwertsteuer noch Zoll angefallen sind. Nach vollzogenem Brexit könnte das anders sein …

Was das Canopy Keyboard Case kann, ist ganz einfach: Man klappt es auf und arretiert mit dem Lederband, das das Case auch im zusammengeklappten Zustand zusammenhält, den Aufsteller. Der Neigungswinkel ist vorgegeben und lässt sich nicht verstellen – was manchen stören mag. Aber für mich ist das in Ordnung, und Apples Smart Keyboard verhält sich da nicht anders.

Der Aufstellmechanismus des Canopy Keyboard Case || Foto: Ulf Cronenberg

Ist das Case aufgebaut, stellt man sein iPad drauf: hochkant oder quer hinter die Tastatur. Außerdem muss man per Bluetooth noch das Magic Keyboard an das iPad koppeln. Der Smart Connector des iPad Pro wird dabei nicht verwendet, und das ist letztendlich als Plus anzusehen, denn so kann man das Canopy Keyboard Case wirklich mit allen iOS-Geräten verwenden – selbst mit seinem iPhone, wenn man mal länger was tippen muss. Verändert Apple außerdem in der nächsten Version irgendwas an der Größe seiner iPads, muss man nicht auch sein Smart Keyboard von Apple erneuern – das Canopy Keyboard Case kann man verwenden, solange Bluetooth unterstützt wird.

Das Canopy Keyboard Case lässt sich auch mit dem kleinen iPad Pro verwenden … || Foto: Ulf Cronenberg

Übrigens: Tippen auf den Oberschenkeln geht mit dem Canopy Keyboard Case, wenn die Beine gerade angewinkelt sind, durchaus auch. Mir ist das wichtig, denn ab und zu hat man eben keinen Tisch vor sich, um das iPad und das Keyboard aufstellen zu können.

Und die Nachteile des Canopy Keyboard Case? Das Smart Keyboard dient auch als (allerdings recht dicke) Abdeckung für das iPad Pro – das ist selbstverständlich praktisch, weil man nur ein Teil herumschleppen muss. Beim Canopy Keyboard Case ist das eben anders. Außerdem dauert das Aufstellen (gerade auch, wenn man das Keyboard noch über Bluetooth koppeln muss) ein paar Sekunden länger als mit dem Smart Keyboard. Geschenkt … Das kann man verkraften. Vorgekommen ist außerdem hier und da, dass sich der Druckknopf von alleine gelöst hat, wenn zu viel Druck vom iPad Pro kommt. Aber dazu muss man schon sehr in Schräglage sitzen oder fest auf das iPad drücken.

Canopy Keyboard Case mit dem iPad Pro 12,9 Zoll || Foto: Ulf Cronenberg

Zu guter Letzt ist das Kontrollzentrum von iOS, wenn das Canopy Keyboard Case verwendet wird, ein bisschen fummelig hervorzuholen, weil die Tastatur den unteren Rand des iPads etwas verdeckt … Letztendlich ist das aber eine Kleinigkeit.

Ansonsten finde ich die Hülle im Großen und Ganzen stylisch, ein bisschen retro, und meine bisherigen Reisen hat sie auch recht gut überstanden – allzu heftig habe ich das Canopy Keyboard Case bisher aber nicht beansprucht. Auf Dauer dürfte der Stoff etwas Patina bekommen, hier und da könnte er abgewetzt sein … Aber als langlebig schätze ich das Produkt doch insgesamt ein. Und das Magic Keyboard wird darin in jedem Fall gut geschützt.

Fazit:

Ich habe den Kauf des Canopy Keyboard Case nicht bereut. Wenn ich mal länger nur mit dem iPad Pro unterwegs bin, ist ein externes Keyboard Pflicht – die Bildschirmtastatur des iPads ist einfach für 10-Finger-Schnelltipper nichts Gescheites … Dass das Canopy Keyboard Case nicht am iPad Pro andockt, kann ich verschmerzen, gewonnen habe ich ein deutlich besseres Tippgefühl als beim Smart Keyboard von Apple, eine zukunfsicherere Tastaturlösung für iOS, die nicht mit dem nächsten iPad-Kauf überholt ist; und zusätzlich habe ich noch ein paar Euro gespart. Von daher: Daumen hoch für das Canopy Keyboard Case.

Ulf Cronenberg

Link zu den Herstellerinformationen von Studio Neat zum Canopy Keybard Case (mit Bestellmöglichkeit)

P. S.: Und wenn ihr noch Fragen habt: Es gibt ja die Kommentarfunktion.

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Ulf,
    interessante Idee. Ich nutze, wie auch Du, lieber das Magic Keyboard am iPad aber finde es dann und wann von Vorteil, es nicht direkt vor das iPad hinstellen zu müssen. Beim Transport lege ich das Keyboard allerdings einfach so in meine Tasche. Ist ja nicht so empfindlich, dass ich ein Case dafür bräuchte. Und das iPad hat bei mir ohnehin ein Cover mit dem ich es hinstellen kann. Dann auch in zwei Winkeln. Das Magic Keyboard stelle ich davor oder auf meinen Schoß. Geht schnell und ich habe nicht noch ein „Case“ dabei. Wenn man natürlich das Keyboard beim Transport schützen möchte, ist dies sicherlich die cleverste Lösung. Danke jedenfalls für den Tipp. Kannte ich noch nicht.
    Viele Grüße, Markus

    • Hallo Markus,
      das Problem mit dem Magic Keyboard, das man davorstellt, beginnt, wenn man keinen Tisch hat und auf den Oberschenkeln tippen will … Das geht nämlich ohne so ein Case wirklich schlecht, und solche Situationen habe ich eben immer mal wieder. Aber ansonsten geht es natürlich auch ohne nur mit einem Smart Cover fürs iPad.
      Viele Grüße
      Ulf

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