Spiele-Tipp fürs iPad und iPhone: Grid Autosport

Icon Grid Autosport

Meine Herren, ein aktuelles iPad hat ganz schön Horsepower unter der Haube … Und die lässt sich inzwischen nutzen, um Autorennspiele zu spielen, die bis dato in ihrer Pracht nur auf Konsolen und PCs gezockt werden konnten. Man glaubt es kaum. Es gibt schon länger Autorennspiele für iOS – sei es die Asphalt– oder die Real-Racing-Reihe. Aber richtiger Spaß kam da meines Erachtens nicht auf. Ich habe da mal reingeschnuppert, sie dann schnell wieder zur Seite gelegt …

Doch das hat sich nun geändert. Grid Autosport, ein Spiel von Codemasters, dem Platzhirsch bei Autorennen auf PC und Konsole (Dirt, Grid, F1 seien da nur als Reihen genannt), ist vor einem knappen halben Jahr für iOS erschienen. Auf meinem zweieinhalb Jahre alten großen iPad Pro – das sei vorweggenommen – macht es eine extrem gute Figur. Und das alles für den Normalpreis von 10,99 Euro. Und nein, es braucht für den vollständigen Spielspaß keine weiteren In-App-Käufe – alle Zusatzinhalte sind kostenlos. So muss es sein.

Grid Autosport – Formula-C-Rennen

So schmuck sieht Grid Autosport aus – hier ein Rennen der Formula C

Einstellen muss man sich auf etwas mehr Speicherplatz auf seinem Gerät. Grid Autosport wiegt ca. 4 GB, hinzu kommen jedoch noch diverse Zusatzpacks, die beim ersten Programmstart geladen werden können. Dazu zählen HD-Texturen (für neuere iPads sinnvoll, um das Spiel grafisch aufzupeppen) und verschiedene DLCs. (Wer schon immer wissen wollte, was DLC eigentlich heißt: Downloadable Content, also über das Internet vertriebene Add-ons für Computerspiele.) Das sind weitere 2 GB, die zusätzliche Ladezeit beanspruchen (bei mir mit DSL 25.000 ca. 15 min).

Grid Autosport für iOS - zusätzliche Inhalten

Grid Autosport bietet an, die Grafik mit HD-Texturen noch besser aussehen zu lassen …

Grid Autosport versteht sich auf verschiedene Steuerungsarten, darunter die am einfachsten zu bedienende Neigungssteuerung – man lenkt quasi mit dem iPad als Ersatzlenkrad in der Hand, in dem man es neigt. Hier kann man auch noch mal unter verschiedenen Varianten auswählen.

Grid Autosport für iOS - Erklärung der Neigungssteuerung

Hier wird die Neigungssteuerung erklärt …

Wer jedoch lieber mit Tippen auf Pfeiltasten steuert, kann das auch tun. Richtig Spaß macht Grid Autosport allerdings mit einem Controller wie dem SteelSeries Stratus XL, den ich verwende. Kein Schnäppchen, aber der Controller ist solide gebaut, wird über Bluetooth angeschlossen und hat das klassische XBox-Controller-Layout. Mit einem Controller gibt es wirklich kaum noch Unterschiede zur PC- oder Konsolenausgabe des Spiels.

Grid Autosport ist – das sollte noch erwähnt werden – ein eher arkadelastiges Spiel. Das heißt, man fährt Rennen in verschiedenen Motorsportarten, bekommt Ziele gesetzt, erhält Credits beim Erfüllen, kann Autos kaufen, muss Sponsorengelder einwerben etc. Das ist vielleicht ab und zu das einzig nervige an dem Spiel: dass Codemasters es mit diesen ganzen Belohnungs- und Werbezeug im Spiel übertreibt – zumindest im Karriere-Modus.

Grid Autosport für iOS: Touring-Rennen

Touring-Rennen in Grid Autosport

Wer das alles nicht will, sondern einfach ab und zu gerne ein paar Runden drehen will, für den stehen außer der Karriere noch andere Spielmodi zu Verfügung: z. B. Schnelles Rennen oder Zeitfahren. Verändern lässt sich außerdem der Schwierigkeitsgrad in 5 Stufen von Anfänger bis Meister. Bremst beim Anfänger-Modus das Spiel und sind alle anderen Fahrhilfe aktiviert, so werden diese je nach Schwierigkeitsgrad deaktiviert. Wer selbst seinen Schwierigkeitsgrad zusammenstellen will, der kann das auch tun: ABS, Traktionskontrolle, Gegner-KI etc. – sehr vieles lässt sich einstellen.

Wählen lässt sich auch der Blickwinkel. Ob man die Strecke wie der Fahrer hinter dem Lenkrad sitzend im Blick hat, ob man wie mit einer Verfolgerkamera das Auto von hinten betrachten oder die Fahrbahn aus der Stoßstangen-Ansicht sehen will – auch hier ist alles möglich.

Grid Autosport für iOS

Straßenrennen in Barcelona

Den Akku saugt das Spiel allerdings schon ziemlich schnell leer. Eine halbe Stunde Spielzeit lässt den Füllstand auf meinem iPad Pro um ca. ein Viertel sinken. Für längere Rennsession sollte man sein Gerät also besser an ein Kabel hängen. Also am besten düsen, wenn man gerade sowieso den Akku lädt …

Fazit

Ich bin beeindruckt, was ein neues iPad an Grafikqualität bietet – der Abstand zu aktuellen Konsolen oder PCs ist noch immer da, aber er ist nicht mehr groß. Feral hat Grid Autosport von Codemasters wirklich beeindruckend auf iOS gebracht – auf einem ein paar Jahre alten Computer spielt sich das Arkaderennspiel sicher nicht besser als auf einem aktuellen iPad oder iPhone.

Grid Autosport zeigt, wo die Reise langgeht. Die Kombination aus iPad und Controller ist eine Alternative für ernsthafte Computerspiele. Grid Autosport ist lediglich grafisch leicht abgespeckt, aber bietet sonst alles, was sein Computer-/Konsolenpendant hat. Und wer Autorennspiele mag, der ist hier absolut richtig.

Ich bin mir sicher: Sollte sich Grid Autosport ausreichend gut verkaufen, so werden weitere ernstzunehmende Autorennspiele folgen. F1 oder Dirt auf dem iPad und iPhone? Das wäre schon eine coole Sache …

(Wer sich an der Stelle wundert: Ja, es gab in der Tat schon F1-Umsetzungen von Codemasters für iOS – aber das waren abgespeckte Versionen, nicht wie bei Grid Autosport das volle PC-/Konsolenspiel.)

Ulf Cronenberg

Link zum Spiel im App Store für iOS

6 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Hi Ulf,
    das ist doch mal ein guter Tipp! Danke.
    Vor allem, dass es hier keine nervigen In-App Käufe gibt, finde ich gut. Da zahle ich lieber einmal etwas mehr (wobei das im Vergleich zu Konsolenpreisen immer noch ein Schnapper ist). Den von Dir genannten Controller gibt es aktuell scheinbar nur noch in einer kleineren Variante. Über einen iPad Controller habe ich dann und wann mal nachgedacht. Wäre mal ein Anlass.
    VG, Markus

    • Hallo Markus,
      ja, diese Free-to-play-Sachen mit In-App-Käufen nerven ohne Ende …
      Dass es den Controller nicht mehr gibt (zumindest für iOS), wusste ich noch nicht. Verstehe ich nicht.
      Und falls du dir Grid Autosport gönnst und es angespielt hast, wäre eine Rückmeldung zum Game hier nett …
      Viele Grüße, Ulf

      • Ich habe heute nochmal in Ruhe geschaut. Es gibt den „Nimbus“ von SteelSeries als vergleichbaren Controller für iOS. Scheinbar ist SteelSeries auch der einzige oder einer der wenigen Hersteller, welche von Apple offiziell supported werden. Im Elektromarkt um die Ecke war leider keiner erhältlich. Ich werde morgen mal suchen. Das Game werde ich mir wohl gönnen und berichten 🙂

        • Bin gespannt … Übrigens (sollte ich im Artikel noch ergänzen): Sich verändernde Wetterverhältnisse hat die PC-/Konsolen-Version der iOS-Version voraus. Zumindest hat bei mir bisher immer die Sonne geschienen. Aber 11 Euro gegen 40 Euro (bei Steam) – das ist schon ein Argument.

          • Grid und Stratus Controller sind gekauft. Ich habe allerdings unterschätzt, wie klein der Stratus (ohne XL) ist. Der wird wohl einem Nimbus (der Nachfolger Deines Stratus XL) weichen müssen.

            Grid selber ist wirklich beeindruckend!

            Nachdem ich gestern noch „schnell“ alle Inhalte heruntergeladen habe, bin ich ein paar Runden gefahren und fand es recht schwer mit der KI mitzuhalten, wenn man – wie ich – lange Zeit kein Autorennen mehr gefahren ist. Da muss ich noch mal mit mehr Zeit dran. Und vielleicht kann ich endlich mal meine PS4 verkaufen, die ohnehin einstaubt. Denn bevor man da spielen kann, muss man oft Updates laden und warten. Das ist fast schlimmer, als an alten Windows Rechnern. Das iPad Pro ist da deutlich schneller. Und mitnehmen kann man es auch noch. Nochmals Danke für den Tipp!

  2. Gern geschehen, und danke für die Rückmeldung! Mit dem Nimbus werden die Rundenzeiten dann bestimmt auch besser … (die Frage ist auch, welchen Schwierigkeitsgrad du gewählt hast – Meister?)

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