macOS High Sierra: Reader-Ansicht in Safari individuell für bestimmte Webseiten

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macOS High Sierra – wir schreiben Versionsnummer macOS 10.13 – steht seit drei Tagen für alle Apple-User mit einigermaßen aktuellen Computern zur Verfügung. Wider besseres Wissens hab ich nicht gewartet, bis das erste Update 10.13.1 die schlimmsten ersten Bugs ausbügelt, sondern das System gleich auf meinem iMac installiert. Große Bugs? Bisher Fehlanzeige. Aufregende neue Features? Gut versteckt … Aber es gibt etwas, das es mir sehr angetan hat. Mit der neuen Version von Safari kann ich einstellen, ob Webseiten einer Domain in der Reader-Ansicht oder als „normale“ Webseiten geöffnet werden. Sehr schön.

Ich muss kurz ausholen: Es gibt Webseiten, da hat man den Eindruck, dass Werbung wichtiger ist, als der eigentliche Inhalt. Es blinkt, es laufen ungefragt animierte Grafiken oder gar Filmchen ab, es schieben sich Pop-up-Fensterchen in den Vordergrund oder man wird erschlagen von bunten Bannern.

Um die Werbung loszuwerden, kann man Werbeblocker verwenden – seien es in Apples Browser Safari Erweiterungen wie Adblock Plus oder auf dem Konzept von Proxy-Servern basierte Werbeblocker wie z. B. GlimmerBlocker. Doch die Administratoren dieser Welt schlafen natürlich nicht. Wird ein im Hintergrund werkelnder Werbeblocker erkannt, sieht man inzwischen oft statt der gewünschten Webseite einen Hinweis: dass die Webseite nur nach Deaktivierung des Werbeblockers angezeigt wird. Einerseits verständlich, da eben irgendwie ja auch die Kosten für Webseiten eingespielt werden müssen, andererseits eben nervig bei Seiten, wo es mit der Werbung wirklich zu viel des Guten ist.

Eine Lösung, die im Gegensatz zu Werbeblockern (noch?) ganz gut funktioniert, ist die Reader-Ansicht, wie sie viele Browser anbieten (bei Firefox heißt sie z. B. „Leseansicht“). In der Reader-Ansicht werden Werbebanner ausgeblendet und es steht der Text der Webseite mit den dazugehörenden Bildern im Vordergrund – noch dazu in leserfreundlicher Schriftgröße und Aufmachung präsentiert. Die Reader-Ansicht funktioniert nicht mit allen, aber mit vielen Webseiten (in der Regel u. a. bei allen mit Content-Management-System wie WordPress oder Typo3 erstellten Webseiten).

In Safari erkennt man, ob die Reader-Ansicht zur Verfügung steht, daran, dass in der Adressleiste des Browsers das Reader-Symbol angezeigt wird:

Reader-Zeichen in Safari

Klickt man auf das Zeichen oder drückt das Tastaturkürzel [Shift][Command] + [r] wechselt die Darstellung der angezeigten Webseite in die Reader-Ansicht. Und diese Reader-Ansicht lässt sich in der neuen Version von Safari (es handelt sich genau gesagt um Version 11.0 von macOS High Sierra) individueller als bisher konfigurieren.

Angenommen ich will Artikel einer Webseite wie Cupertino-Dance immer gleich in der Reader-Ansicht angezeigt bekommen, so geht man folgendermaßen vor: Man öffnet einen Artikel auf der Webseite, macht dann einen Rechtsklick auf die Adresszeile in Safari und sieht dann folgendes Kontextmenü:

Einstellungen Safari für Webseite

Hier wählt man den Eintrag Einstellungen für diese Webseite … Im sich nun öffnenden Overlay-Fensterchen kann ich verschiedene Einstellungen für Seiten und Artikel der dazugehörenden Domain vornehmen – darunter eben, ob Seiten, sofern verfügbar, in der Reader-Ansicht geöffnet werden sollen.

Webseitenspezifische Einstellungen in Safari

Wie man in dem Screenshot sehen kann, lässt sich hier auch anderes webseitenspezifisch anpassen – unter anderem:

  1. mit welcher Zoomgröße Webseiten geöffnet werden (wieder ein Tipp für Menschen, die mit alternden Augen zu kämpfen haben – einem Thema, zu dem ich schon andere Tipps veröffentlicht habe)
  2. ob Medien (vor allem welche mit Ton) automatisch wiedergegeben werden und
  3. ob die Webseite gefragt, ungefragt oder gar nicht auf Kamera, Mikrofon oder Ortungsdienst zurückgreifen darf.

Die webseitenspezifischen Einstellungen lassen sich darüber hinaus auch nachträglich zentral in den Einstellungen von Safari anpassen. Hierzu geht man in das Einstellungsfenster des Browsers, wählt dort den Bereich Webseiten und dann in der linken Leiste Reader oder einen der anderen gewünschten Einträge.

Einstellungsfenster von Safari 11

Ich finde diese individuellen Einstellungsmöglichkeiten für Webseiten jedenfalls höchst gelungen, und nachdem ich lange verschiedene Browser ausprobiert und am Ende bei Safari gelandet bin, bestätigen diese neuen Möglichkeiten meine Wahl. Das soll nicht heißen, dass mich an Safari nicht auch einiges stört, aber der Browser wird zunehmend besser und durchdachter. Da muss Apple mal gelobt werden.

Ulf Cronenberg

4 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Das geht am iPhone und iPad übrigens auch durch „drücken und halten“ des Reader-Symbols in Safari wie ich gerade unter iOS 11 feststelle. Nicht mit den Optionen der Desktop Variante aber immerhin kann man für alle oder die aufgerufen Website festlegen, dass (falls verfügbar) die Reader Ansicht gewählt wird.

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