Apple Watch – Tag 2 und 3

Zwei weitere Tage mit der Apple Watch, ohne dass ich groß Zeit hatte, mich intensiv mit Dingen auseinandersetzen. Die Zeit geht in den guten und schönen Momenten immer noch zu schnell vorbei, manchmal ist sie zäh wie Kaugummi und will einfach nicht fortschreiten … Daran – das als Vorbemerkung zu Tag 2 und 3 mit der Apple Watch – kann auch ein Zeitmesser von Apple nichts ändern. Aber nun zu meinen weiteren Erfahrungen.

Zunächst einmal habe ich inzwischen das Ziffernblatt gewechselt. Das bisher gewählte Chronograph-Ziffernblatt (im Screenshot links) ist hübsch anzuschauen und vermittelt so etwas von einer analogen Uhr, aber bei hellem Licht draußen ist vieles nicht gut zu erkennen. Das gilt besonders für die Statuszeichen, die in den vier Ecken untergebracht sind und schon sehr klein angezeigt werden (die beiden Screenshots täuschen wegen der Retina-Auflösung da). Mein neu gewähltes digitales Ziffernblatt ist einfach besser abzulesen, und die drei Statuszeichen unten in der Mitte sowie das Datum links von der Uhrzeit sind deutlich besser und schneller zu erkennen.

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Was die Akkulaufzeit angeht, so war ich nach nächtlichem Laden vorher vorgestern um 24 Uhr bei 34 % – und ich habe tagsüber natürlich gehäuft auf die Apple Watch geguckt und immer wieder was eingestellt oder verändert und Kleinigkeiten ausprobiert. Gestern bin ich leicht über 50 % geblieben – bei vielleicht schon eher normaler Nutzung.

Mein erster Versuch mit einer Navigation ist kläglich gescheitert. Da ist nichts so richtig intuitiv. Warum kann ich nicht (oder weiß ich nur nicht, wie es geht?) eine Navigation auf dem iPhone einstellen und starten, um sie dann an die Apple Watch weiterzuleiten? Warum funktioniert die Navigation auf der Apple Watch nur mit dem Auto (auch im Handbuch von Apple zur Watch habe ich nicht gefunden, dass man auf Fußgänger oder Fahrrad umstellen kann)? Ich war jedenfalls mit dem Fahrrad unterwegs. Kurz gesagt: Es hat mit der Navigation auf der Apple Watch gar nicht geklappt. Benutzerfreundlich und intuitiv geht anders. Aber ich werde es wann anders mit vorheriger Recherche noch mal probieren.

Was ich neben der Uhrzeit bisher am meisten genutzt habe, waren die Fitness-Funktionen. Voreingestellt sind als Tagesziele (die Standardwerte): 640 Kalorien zusätzlicher Tagesverbrauch durch Bewegung, 30 Minuten Training und 12 Stunden Stehen. Erreicht habe ich vorgestern bei allen drei Kategorien das Tagesziel (ich war aber auch fast eine Stunde auf dem Fahrrad unterwegs). Gestern lag ich bei den Kalorien bei knapp über 450, in den anderen Bereichen wieder über dem Tagesziel.

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Allerdings ist mir nicht klar, was sich hinter den drei Kategorien verbirgt. Wie misst denn die Apple Watch das Training? Fahrradfahren lässt sich wohl über GPS ganz gut erkennen, zählen aber auch Treppensteigen oder das Pumpen einer Wasserpumpe? (Wer sich wundert, wie ich auf diese abstruse Idee komme: Ich war gestern mit meiner Tochter auf einem Wasserspielplatz.) Und 13 Stunden bin ich vorgestern bestimmt nicht gestanden – oder ist damit gemeint, dass ich in 13 Stunden mindestens eine gewisse Zeit gestanden statt nur gesessen bin?

Ah, das Handbuch verrät ein bisschen mehr:

Der Ring „Bewegen“ zeigt an, wie viele Kalorien Sie aktiv verbrannt haben. Der Ring „Trainieren“ zeigt an, wie viele Minuten Sie trainiert haben. Der Ring „Stehen“ zeigt an, wie oft Sie am Tag mindestens eine Minute in der Stunde gestanden sind.

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Ah, und intelligent ist die Apple Watch auch – dazu muss man die von mir bisher noch nicht bemerkte App „Workout“ immer wieder einsetzen:

Die Apple Watch verwendet die angegebenen Informationen zu Größe, Gewicht, Geschlecht und Alter, um verbrannte Kalorien, zurückgelegte Entfernung und andere Daten zu errechnen. Außerdem lernt die Apple Watch, wenn Sie häufiger mit der App „Workout“ rennen, Ihren Trainingszustand kennen und kann genauer abschätzen, wie viele Kalorien Sie bei aerobischen Aktivitäten verbrannt haben.

(Beide Zitate aus: Apple Inc. „Apple Watch-Benutzerhandbuch.“, iBooks.)

Es macht also durchaus Sinn, immer wieder mal ins Handbuch zu gucken, um Neues zu entdecken. Wenn ich das nächste Mal mit dem Fahrrad fahre, werde ich also über die Workout-App mal meine Uhr alles protokollieren lassen, denn da kann man nicht nur die Daten fürs Laufen, sondern auch fürs Fahrradfahren aufzeichnen lassen.

Überhaupt: Die Apple Watch will mich gesund halten:

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Na ja, nach einer Stunde mal aufstehen, kann ja nicht schaden. Wem das zu viel Gängelung ist, der kann die Funktion aber natürlich auch deaktivieren.

Mein Schritte werden auch gezählt: Gestern war ich abends bei ca. 5.000, also knapp 5 km. Da hab ich wohl auch einiges in der Wohnung zurückgelegt … Jedenfalls finde ich das – der Effekt wird sich, fürchte ich, irgendwann verlieren – erst einmal ein bisschen motivierend. Ich habe die letzten beiden Tage bewusst das Auto stehen lassen und bin stattdessen nur mit dem Fahrrad gefahren, obwohl das Wetter ziemlich wechselhaft war. Gut so

Wahrscheinlich bringen meine Ausführungen zu den Fitness-Funktionen Sportfreunde, die schon andere Fitness-Tracker verwenden, nicht sonderlich zum Jubeln. Für mich ist das alles jedoch Neuland und damit zumindest ein wenig spannend.

Ach ja, Siri habe ich öfter mal verwendet – mit nicht immer zufriedenstellendem Erfolg. Aber dazu werde ich ein andermal mehr und ausführlicher schreiben.

Ulf Cronenberg

Die vorherigen Artikel der Serie:

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Was Apple und Zubehörhersteller so alles treiben, interessiert mich schon lange. Und ab und zu habe ich etwas dazu – wie zu einigem anderen, wenn es um Musik oder Fotografie geht – zu sagen …

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Irgendwie interessant, dass wir uns von Uhren zum Bewegen motivieren lassen können. Fehlt nur noch der umgekehrte Fall: „Sie sind heute 50 Km gelaufen. Essen Sie was und dann ab in die Kiste!“ 😉

    Wer weiß, vielleicht ist so eine Ansage wirklich implementiert. Ist nur noch keiner mit einer Watch so weit gegangen!

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