4 HomePods in einem Raum? Kein echter Surround-Sound – aber …

HomePod im Betrieb

Schon immer habe ich es geliebt, wenn ein Raum von vier Lautsprechern beschallt wird. Dementsprechend hatte ich früher bereits oft vier Lautsprecher in meinem Wohnzimmer aufgestellt – der Raum wird ganz anders von Musik gefüllt, als wenn da nur zwei Boxen stehen. Richtiger Raumklang ist das nicht, sondern Stereo mal zwei … Und wie wäre das mit vier HomePods? Mein Test der HomePods hat ja gezeigt, dass das Gerät vor allem im Stereobetrieb zu glänzen weiß. Aber mit je einem in jeder Ecke?

Klar, echter Surround-Klang geht anders – da hat man mindestens ein 5.1-System (zwei Hauptlautsprecher vorne rechts und links, einen Center in der Mitte, zwei Lautsprecher hinten, dazu einen Subwoofer), es gibt aber auch noch aufwändigere Konfigurationen mit mehr Lautsprechern. Leider haben sich spannende Soundformate wie die SACD mit richtigem Raumklang nicht durchgesetzt. Mein Blu-Ray-Player kann zwar auch SACDs abspielen, meine Homevideo-Anlage kann den Raumklang auch wiedergeben … Aber es sind gerade im Pop- und Rockmusikbereich nur wenige Produktionen, die in dem Soundformat zu haben sind.

Ein Meilenstein hier ist sicher „Brothers in Arm“ von den Dire Straits. Das Album in SACD klingt sagenhaft gut und räumlich – leider sind nicht alle Titel des Albums in der gleichen Qualität abgemischt. Das gilt übrigens auch für andere SACDs oder Audio DVDs im Surround-Format – zum Beispiel Peter Gabriels „Up“ oder „Nothing like the sun“ von Sting. Sie sind im Raumklang nicht richtig konsistent abgemischt … Und sie sind kaum zu bekommen (oder für horrende Preise). Neue Abmischungen von aktuellen Alben sind leider Fehlanzeige. Schade.

Apple HomePod

Der HomePod im Bücherregal des Wohnzimmers … – man sollte die HomePods im Stereobetrieb nicht ganz frei stehen lassen (siehe Test zum Stereobetrieb) | Foto: Ulf Cronenberg, Würzburg

Also bleiben wir bei Stereo und dem Versuch, mit vier HomePods den Raum besser zu füllen. Ich habe mir zwei weitere HomePods ausgeliehen und einen Test gemacht. Aufgestellt werden dürfen sie natürlich nicht über Kreuz, sondern der rechte Stereokanal ist bei mir an der Fensterseite, der linke Kanal auf der gegenüberliegenden Türseite.

Angesprochen werden die vier HomePods nicht in einem – sie lassen sich nicht gruppieren –, sondern man muss sie als zwei Stereo-HomePods definieren, die man aber die gleiche Musik spielen lassen kann – zum Beispiel als Wohnzimmer 1 und Wohnzimmer 2. Damit man über Siri (und nicht über ein iOS-Gerät) beide Stereopaare zusammen gut auswählen kann, ist es allerdings sinnvoller, ihnen unähnlichere Nahmen zu geben: Ich habe das eine Paar einfach „Wohnzimmer“ genannt (wie sie schon hießen), das ausgeliehene Paar heißt „Arbeitszimmer”.

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Die Musik-App auf dem iPad zeigt, dass mehrere HomePods die Musik abspielen …

Mit Siri heißt dann der Befehl z. B.: „Hey Siri, spiele das neueste Album von Tool im Raum Wohnzimmer und Arbeitszimmer“. Welcher HomePod dabei den Siri-Befehl annimmt, ist unterschiedlich. Aber es klappt eigentlich so gut wie immer, dass alle vier HomePods die gewünschte Musik spielen.

Beim Verändern der Lautstärke ist es komplizierter. Den Befehl „Hey Siri, Musik leiser” hören meist nicht beide Paare. Die Lösung heißt: „Hey Siri, Musik im Wohnzimmer und im Arbeitszimmer leiser”. Oder man regelt es eben doch über ein iPad oder ein iPhone. Da geht es sogar über einen gemeinsamen Schieberegler.

Kontrollzentrum auf dem iPad – Musik

Im Kontrollzentrum lässt sich die Lautstärke für beide HomePods über den Gesamtlautstärke-Regler einstellen. Klickt man auf den blauen Butten …

Kontrollzentrum auf dem iPad – Musik

… so sieht man alle verbundenen HomePods und kann deren Lautstärke getrennt verändern.

Und der Klang? Was ich mir erhofft hatte, ist eingetreten. Das Wohnzimmer ist so richtig gut mit Musik gefüllt – das ist wunderbar. Das merkt man vor allem, wenn man im Zimmer herumgeht oder ziemlich im Zentrum des Raums sitzt. Wenn man das eine Paar wieder abschaltet, wirkt die Musik auf einmal seltsam dünn. Das ist letztendlich der gleiche Effekt, wie ich ihn von Stereoanlagen kenne: Mit nur einem Boxenpaar klingt die Musik auf einmal richtig mager, wenn man das doppelte Paar mal gewohnt ist.

Bezüglich möglicher Befürchtungen, dass die HomePods nicht synchron spielen, kann man Entwarnung geben. Das Zusammenspiel der vier HomePods klappt hervorragend – ein stabiles WLAN vorausgesetzt. Da hat Apple mit Airplay 2 einen guten Job gemacht.

Fazit

1200 Euro, wenn man den regulären Preis für die HomePods zugrunde legt, für einen Raum? Das ist schon eine Stange Geld, die sicher kaum jemand hinlegen wird. Aber wenn man einen größeren Raum mit Musik füllen will, dann ist das eine Möglichkeit. Eine Stereoanlage mit vier guten (nicht herausragenden) Lautsprechern kommt wahrscheinlich in die gleichen Preisregionen. Klanglich könnte eine Stereoanlage mehr Wumms haben, aber ansonsten können die vier HomePods sicher mithalten. Der Vorteil im Vergleich zur Stereoanlage: Man braucht nur vier Steckdosen, aber ansonsten keine Kabel. Was allein bei meinem Heimkinosystem an Kabeln im Wohnzimmer verlegt werden muss – das nervt inzwischen.

Ansonsten sei noch einmal auf meinen Test zum HomePod im Stereobetrieb hingewiesen … Was hier zum Klang gesagt wird, gilt auch für den Betrieb von vier HomePods in einem Raum: Sie klingen für die Größe des Lautsprechers erstaunlich gut und groß. Durch zwei weitere HomePods wird noch eine Schippe draufgelegt …

Ulf Cronenberg

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Was Apple und Firmen, die sich im Apple-Universum bewegen, so alles treiben, interessiert mich schon lange. Und ab und zu habe ich etwas dazu – wie zu einigem anderen, wenn es um Musik oder Fotografie geht – zu sagen …

2 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für die interessante Anregung. Auch bzgl. der Einfachheit der “Kabelverlegung”, was ja relativ spontane Tests möglich macht.

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